Initiative Antisemitismuskritik |
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Neue Gewissheiten"? Gegenwärtige Aspekte von Ideologie und autoritärer Praxis Am Ausgang des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts werden die Brüche und Konflikte, die nach dem Ende des Kalten Krieges hervorbrachen, zunehmend sichtbar. Dies stellt nicht nur die "große Politik" vor neue Herausforderungen, wie mit islamistischem Terror, mit Migration, mit sozialen Spannungen und anderen zentralen oder dazu erklärten Problemen der Gegenwart umzugehen sei. Dass Antworten auf diese Probleme fehlen, dass nicht einmal ihre konkreten Ursachen und die genauen Konfliktlinien begriffen und verständlich sind, provoziert Orientierungslosigkeit, Unsicherheiten und Ängste. Vermeintliche Erklärungen, die sich an bekannten Wegmarken - wie nationaler Identität, religiösem Bekenntnis und Gesundheits- und Schönheitswahn - festhalten, können da nur "Beruhigungspillen" mit begrenzter Wirkung sein. Ihre wachsende Attraktivität auch in der Bundesrepublik verweist auf die Zunahme autoritärer Tendenzen in der Gesellschaft, in der einfache und nicht infrage zu stellende Gewissheiten die kritische und freie Auseinandersetzung ersetzen sollen. Einige dieser "neuen Gewissheiten" sollen in der Vortragsreihe aus gesellschaftskritischer Perspektive beleuchtet und diskutiert werden. Aufgegriffen werden dabei drei Themen, um die in den letzten Jahren hitzige öffentliche Debatten kreisten: der Aufstieg des Identitätsbegriffs im Kontext der anhaltenden Re-Nationalisierung der Bundesrepublik seit 1989/90, das Wechselspiel von Körperkult und Körperhass, das nicht zuletzt die staatlichen Kampagnen von Nichtraucherschutz oder Schlankheitsideal vorantrieben, und schließlich die Kontroversen um den Islam, die gerade in der Bundesrepublik stets zwischen Fundamentalismuskritik und vorurteilsvoller Ablehnung des "Fremden" schwanken. Alle Veranstaltungen dieser Reihe finden statt in der Universität Hannover, Conti-Hochhaus, Königsworther Platz 1 (Raum 113). Die Veranstaltungsreihe wird unterstützt vom AStA
und der Fachschaft Sozialwissenschaften der Uni Hannover. Mi, 21.11.2007, 19:30 Uhr, Offensichtlich haben kollektive Identitätszuschreibungen Konjunktur. Allenthalben ist von deutscher, türkischer, europäischer und anderer "Identität" die Rede. Doch es ist völlig unklar, was diese "Identitäten" jeweils sein sollen. In den vorherrschenden Debatten werden sie entweder als wesentliche Momente nationaler und ethnischer Selbstbestimmung und Tradition angesehen oder als fiktive Zuschreibungen kritisiert. Der Vortrag nimmt diese Diskrepanz zwischen inhaltlicher Unklarheit und aktueller Verbreitung zum Ausgangspunkt. Die selbstverständliche Verwendung "kultureller Identität" in Politik, Medien und Wissenschaft ist etwas Neues: Im Verlauf der letzten 50 Jahre wird "Identität" vom sozialisationstheoretischen Begriff zum medialen Schlagwort für ethnische Differenz. In der national-kulturellen Verwendung von Identität zeigt sich nicht zuletzt ein Erklärungsmuster für gesellschaftliche Wirklichkeit. Dieser Entwicklung und ihren Ursachen geht der Vortrag nach. Mi, 28.11.2007, 19:30 Uhr Der Körper stört - raucht, trinkt, ist triebhaft, wird krank, altert, kurz, entspricht selten dem fortwährend verschärften Ideal des Schönen und Gesunden. Gleichzeitig wurde eben dieses Ideal wohl nie so hoch gehalten wie heute und derart gnadenlos am eigenen Körper exerziert wie bei anderen eingefordert ("Sei fit statt fett!"). So kehrt der Körper im Privaten als tyrannischer Mythos zurück, während er im Arbeitsprozess immer weniger benötigt wird (und als hässliche, leidende Leiblichkeit den Subalternen und Ausgeschlossenen aufgebürdet wird). Die gegenwärtige Disziplinierung der Körper flankiert, quasi auf der Ebene des Subjekts, die aktuelle Kampagne für innere Sicherheit. Die sich modernisierenden Techniken autoritärer Herrschaft können sich dabei auf die Menschen verlassen, welche im Gefühl der Überflüssigkeit zwischen Selbstverachtung und Narzissmus schwanken. Wie Körperkult und Hass auf den überflüssigen Körper zusammenhängen und was sich daran über die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen ablesen lässt, darauf will dieser Vortrag ein Licht werfen. Do, 6.12.2007, 19:30 Uhr Der Islam ist in aller Munde. Ob Terrorismus, Kopftuchstreit oder Bau von Moscheen - kein Thema scheint die gesellschaftlichen Konflikte des neuen Jahrhunderts weltweit so sehr zu bestimmen wie die Religion der Muslime. Dabei bewegt sich die Debatte um den Islam in Deutschland zwischen den Eckpfeilern einer ‚falschen Toleranz' und Paranoia. Auf der einen Seite steht die kulturalistische Verharmlosung antiaufklärerischer Inhalte des Islam (wie jeder Religion) und des islamistischen Antisemitismus, während auf der anderen Seite ein von rassistischen Zuschreibungen getragenes Ressentiment, das die deutsch-christliche Leitkultur gefährdet und "die Türken wieder vor Wien" (FAZ vom 28.07.2005) stehen sieht, auszumachen ist. Nur selten wird der Aufklärung verpflichtete Religionskritik und Analyse des politischen Islam vernehmbar, die gleichzeitig den Kontext ‚deutscher Zustände' in der Mehrheitsgesellschaft, von Christentum, Kapitalismus und völkischer Ideologie, berücksichtigt. Hier geht es zur Dokumentation unserer Veranstaltungsreihe Realität und antisemitische Wahrnehmungsmuster des Nahostkonflikts, die im Juni 2005 unter dem Titel Israel in deutschen Wohnzimmern im ibidem-Verlag erschien. Frühere Veranstaltungen Der Iran - zwischen Antisemitismus und Atomaufrüstung Vortrag und Diskussion mit Dr. Wahied Wahdat-Hagh (MEMRI), am 5. April 2006, 19.30 Uhr in der Volkshochschule Hannover, Theodor-Lessing-Saal. Weitere Infos zu dieser Veranstaltung finden Sie hier. Politischer Islamismus und islamistischer Terror Die Anschläge vom 11. September und Madrid und die palästinensischen und irakischen Selbstmordattentäter haben deutlich werden lassen, dass sich auf den Islam berufende Terroristen mit einer vernichtenden Ideologie in die Offensive gegangen sind. Theo van Gogh war eines der letzten Opfer dieser Ideologie. Der viel beschworene Dialog der Kulturen hat hier eindeutig seine Grenzen. Dennoch wird bei jedem Anschlag wieder die Frage nach dem Warum gestellt und versucht die Motive der Attentäter zu ergründen. Die Erklärungen reichen von Armut, Modernisierungsverlierer, westlichem Hochmut bis zum Widerstand gegen den USImperialismus. Zur lebensfeindlichen Märtyrerideologie, die sich auf antiaufklärerische und antisemitische Erklärungsmuster beruft wird nur selten vorgedrungen. Die Vortragsreihe "Politischer Islamismus und islamistischer Terror" will diesen blinden Fleck aufhellen. Islamistische Gruppen lehnen die Trennung von Staat und Religion ab, verneinen universalistische Werte und sehen Gewalt als legitimes Mittel der politischen Auseinandersetzung an. Der politische Islamismus und der islamistische Terror sind allerdings nicht gleichzusetzen mit dem Islam als Religion. Alle Veranstaltungen dieser Reihe finden statt in der Volkshochschule Hannover (Theodor-Lessing-Saal), Theodor-Lessing-Platz 1. Veranstaltungsbeginn ist jeweils um 19.30 Uhr. VeranstalterInnen sind: Deutsch Israelische Gesellschaft Hannover; Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Hannover; Initiative Antisemitismuskritik Hannover; Bürgerkomitee Weiße Rose Hannover; Volkshochschule Hannover Das Flugblatt im PDF-Format (ca. 430 KB) gibt es hier. Mittwoch, 06. April 2005 Dr. Gerhard Scheit, Wien
->mehr... Mittwoch, 20. April 2005 Eldad Beck, Journalist
->mehr... Mittwoch, 27. April 2005 Dr. Matthias Küntzel
->mehr... Dienstag(!), 03. Mai 2005 Prof. Dr. Markovits
->mehr... Mittwoch, 25. Mai 2005 Ahmet Senyurt, Journalist
->mehr... Mittwoch, 01. Juni 2005 Deniz Yücel, Journalist
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