Wie komme ich mit Linux über den Studserv ins Internet?

Prinzipiell gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten; einige sehr bequeme sind z.B. Bei KDE iegt das Programm kppp bei, was eine bequemes Login zu verschiedenen Providern ermöglicht.



      Jens´ kppp-Studserv-howto 0.21     

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Als kleine Hilfe für die Konfiguration von kppp habe ich dieses kurze howto geschrieben. Bei mir läuft noch KDE 1.0 (das ändert sich aber demnächst ;-), bei aktuelleren Versionen sehen die Dialoge evtl. ein wenig anders aus...

Ich übernehme auch keine Gewähr dafür, daß mit dieser Konfigurationsanleitung ein Verbindungsaufbau zustande kommt. Ebenso übernehme ich keinerlei Haftung für irgendwelche Schäden, die durch die Konfiguration nach dieser Anleitung entstehen. Für die Richtigkeit der hier gemachten Angaben wird ebenfalls keine Garantie übernommen (nobody´s perfect). Dieses howto ist als Hilfe anzusehen, für Anregungen und Verbesserungsvorschläge per email (Jens.Hoeft@stud.uni-hannover.de) bin ich sehr dankbar.



Nun aber nix wie los:

1. System starten
  • Zunächst melde man sich als der User an, den man gerne für Internet-Surfereien verwenden möchte (nicht als root!).
  • X und KDE starten. (startx oder automatisch über kdm, je nach Systemkonfiguration...)

root ist zur Systemverwaltung gedacht. Wird z.B. Netscape von root gestartet und l�ft somit auch mit mit root-Rechten, entstehen gro� Sicherheitslcken. Erfahrungsgem� hat jeder Browser seine Sicherheitslcken, die durch geschickte Programmierung von Web-Seiten z.B. das Speichern oder Ausfhren von Programmen erlauben. Und das dann etwa mit root??? Wohl lieber nicht, oder?
 

2. kppp starten
  • kppp starten: K => Internet => kppp
  • Setup anklicken.
kppp voellig blanko...
  • New anklicken.
kppp setup
 

3. neue Verbindung erstellen
  • Die Verbindung z.B. "uni@home" nennen,
  • Telefonnumer 76320 eintragen,
  • Authentication auf PAP stellen (!),
  • Store password muß jeder selbst wissen und mit seiner Internet-Sicherheitspolitik vereinbaren...
  • Arguments anklicken.
new account einrichten
Das Passwort wird im Klartext gespeichert. Siehe auch Hinweise zur Sicherheit.

...wichtig sind noch die pppd-Einstellungen.

  • Im Textfeld "Argument" "noipdefault" eintippen und Add anklicken.
  • Dialog mit Close verlassen.
  • IP anklicken.
pppd-arguments: noipdefault
  • Unter IP muß "Dynamic IP Address" angeklickt sein.
  • Auto-configure hostname from this IP => egal.
IP-Adresse
  • Unter DNS sollte der Domain-Name "stud.uni-hannover.de" eigetragen werden.
  • Dann  bei "DNS IP Address" "130.75.1.32" eintragen und auf Add klicken.
  • Als nächste "DNS IP Address" "130.75.1.40 " angeben und wieder auf Add drücken.
  • "Disable existing DNS Servers during Connecition" aktivieren.
  • Dieses Fenster dann mit OK schließen.
DNS
Mit "Disable existing DNS Servers during Connection" werden die DNS-default-Einstellungen während der Verbindung deaktiviert. Es bietet sich aber an, wenn eh nur die uni@home-Verbindung genutzt werden soll und kein DNS im lokalen Netz läuft, die o.g. DNS-IP-Adressen systemweit einzutragen.

Die systemweiten DNS-Eintr�e werden i.d.R. in der /etc/resolv.conf gespeichert. Kann man bei S.u.S.E. z.B. auch mit yast einstellen.

Fazit: Mit der Aktivierung von "Disable existing DNS Servers during Connecition" ist man auf der sicheren Seite.

  • Im Gateway-Men "Default Gateway" anklicken.
  • "Assign the default route to this gateway" aktivieren.
Gateway
  • Bei Login Script nichts eintragen
kein Login Script...
Bei Login Script muß nichts eingetragen werden, es wird ja  PAP zur Benutzeridentifikation verwendet.
  • Bei Accounting muß ebenfalls nichts weiter eingetragen werden, das Deaktivieren (Enable abgeschaltet) ist OK.
  • Den Dialog mit OK verlassen.
kppp accounting
Das Accounting dient dazu, die vertelefonierten Gebühren zu errechnen. Man kann die Tarifstrukturen auch selbst anlegen, da sich die Gebühren auch ständig ändern. Z.B bei pro-linux ist dies dokumentiert.
  • Auf Device klicken; eigentlich sollte hier alles schon so eingestellt sein (default) und funktioniert i.d.R. auch so.
  • Modem device: /dev/modem
  • Flow Control: CRTSCTS
  • Line Termination: CR/LF
  • Connection Speed ruhig auf maximum warp (115200) einstellen.
  • Modem Lock file: Die Vorgabe akzeptieren. Bei mir /var/lock/LCK..modem
  • Modem timeout: 60
device-Einstellungen
Tauchen sp�er viele Verbindungsfehler auf (siehe z.B. den Detail-Status), so sollte man die Geschwindigkeit auf den Wert 57600 reduzieren.
 

4. kppp konfigurieren
  • Modem anklicken und
  • Modem Commands auswählen.
modem device
  • Fr Mehrfrequenzwahl als Dial String "ATDT" eintragen, fr Pulswahl "ATDP".
  • Die Modem-Commands laut Modem-Handbuch eintragen. Sollte aber auch mit den default-Einstellungen laufen...
  • Mit OK Fenster schliessen.
modem commands
Mit meinem Diamond SupraExpress33.6 läuft alles mit den Default-Einstellungen; wer sich mit den AT-Kommandos seines Modems auskennt (siehe Handbuch oder Internet), kann auch die Lautstärke verändern oder ähnliche Sachen einstellen. In der inf-Datei, die auf der Modem-Treiber-Diskette (bzw. CD) für Windows 9x beiliegt, kann man auch einige Einstellungen des Modems recherchieren.

Wer z.B. Tonwahl (Mehrfrequenzwahl) einstellen möchte, der muß bei "Dial String" ATDT eintragen. ATDP steht für das �tere Impulswahlverfahren, was z.B. für unsere (antiquierte) Telefonanlage erforderlich ist. Als "Initialization String" kommt auch oftmals "ATZ&F2" o.ä. vor.

  • Mit PPPgehts weiter.
  • Einstellungen nach belieben vornehmen.
  • Mit OK best�igen.
PPP-Einstellungen
Die Einstellungen sollten so (default) funktionieren.
  • Dock into Panel on Connect => unten rechts im Panel als Icon sichtbar, wenn die Verbindung aufgebaut wurde.
  • Automatic redial on disconnect => bei Verbindungsunterbrechung automatisch neu w�len.
  • Show Clock on Caption => Verbindungsdauer anzeigen.
  • Disconnect on X-Server shutdown => Wenn X abschmiert, die PPP-Verbindung trennen (sinnvoll, da man diese ja nicht mehr mit kppp beenden kann.)
  • Quit on disconnect => Programm wird nach Verbindungsende beendet.
  • Minimize Window on Connect => Wenn die Verbindung steht, das Fenster verkleinern (also in Taskleiste oder Panel).
  • Nochmal OK und die Konfiguration für uni@home fertig.
kppp setup
 

5. Verbindung testen
  • Usernamen für den Studserv und das Passwort eingeben.
  • Wenn gewnscht, "Show Log Window" aktivieren.
  • Mit Connect wird dann die Verbindung aufgebaut.
Username und Passwort eingeben
Wenn "Show Log Window" aktiviert ist, kann man eventuell auftretenden Login-Fehlern (Hardware-Handshake funktioniert nicht ö.ä.) genauer auf die Schliche kommen.
  • ...bisschen warten...
Logging on to Network
  • Je nach Einstellung bleibt das Fenster nach einem erfolgreichen Connect bestehen, verschwindet in die Task-Leist oder das Panel.
  • Sollte jetzt irgendwie ein "Sorry, can´t create modem lock file" auftreten, bitte hier weiterlesen.
  • Wurde das Fenster nach "Logging on to Network" verkleinert, ist kppp jetzt nur noch in der Taskleiste sichtbar. Wird es mit einem Mausklick wieder in den Vordergrund geholt,
  • kann man mit "Details" mehr über die Verbindung erfahren.
kppp online
  • Mit Close wird das Fenster wieder geschlossen.
online details



6. Mailen, Surfen, Chatten, FTPn etc...
Den Button "Disconnect" muß ich wohl nicht erläutern, nehme ich an.  ;-)




      Noch ein paar Hinweise zur Systemsicherheit     
[nach oben] [los!] [Fehler-FAQ] [Links]

Als Fazit kann man vielleicht festhalten, daß kppp ein nett zu bedienendes Programm ist, welches aber Probleme bei der Systemsicherheit verursachen kann.




      Fehler-FAQ     
[nach oben] [los!] [Systemsicherheit] [Links]

Allgemeines
Falls Fehler auftreten sollten, findet sich so mancher Tip auch in in /var/log/messages


Fehlermeldung "Can't Create Modem Lockfile" beim Connect-Versuch

Der Fehler bedeutet, daß der angemeldete User keine Zugriffsrechte auf das Modem bzw. das Modem-Lockfile (siehe Dialog "Device") hat. Da soll angeblich folgendes helfen: Man ordne den Benutzer einer Gruppe zu, die Zugriffsrechte auf das Modem hat, z.B. bei S.u.S.E. der Gruppe "dialout". Dazu ein Terminal-Fenster öffnen, "su" und anschliessend auf Nachfrage das root-Passwort eintippen. "yast" eintippen, Administration des Systems, Gruppenverwaltung anwählen, mit F3 die Gruppe dialout anwählen und unten den nun hinzuzufügenden User eintragen. Mit F10 beenden und yast verlassen. In den Newsgroups wurde häufig diskutiert, daß dies so nicht funktioniert.

Die Angabe eines anderen Modem-Lockfiles (siehe Dialog "Device") in einem anderen Verzeichnis, auf das der User Zugriff hat, führt dazu, daß zwar das Lockfile erstellt werden kann; ein Wahlvorgang findet dann aber (warum auch immer) nicht statt.

Fazit: Man muß die Datei /opt/kde/kppp mit SUID root ausstatten (Sicherheitsloch!!). Also im Terminalfenster als root (mit "su" root-Rechte erlangen) eintippen:

  # cd /opt/kde/bin   
  # chmod u+s kppp
 
Falls jemand eine andere Lösung hat, würde ich mich sehr über ein email freuen! 



Viel Spaß beim Surfen, Mailen etc. wünscht Jens | Impressum | Stand: 28.05.2000; zuletzt geändert am 09.02.2004